Richtig inhalieren mit Salzwasser [Vorteile und Tipps zum Selbermachen]
20. März 2025Husten und Niesen sind wichtige Abwehrmechanismen unseres Körpers, aber auch sehr unangenehm. Verstopfte Atemwege beeinträchtigen das Wohlbefinden und den Alltag erheblich. Inhalieren mit Salzwasser ist ein traditionelles Hausmittel, das den Körper unterstützen und Linderung bringen kann.
Wofür wird Inhalieren mit Salz angewendet?
Inhalation von warmem Wasserdampf mit Salz wird bei vielen verschiedenen Atemwegserkrankungen empfohlen, die mit gereizten Atemwegen und Verstopfung durch hartnäckigen Schleim einhergehen.
Inhalieren gegen Nasennebenhöhlenentzündung und Schnupfen bei Erkältung
Bei einer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) oder einem hartnäckigen Schnupfen sammelt sich Schleim in den Nasennebenhöhlen und setzt sich dort fest. Der inhalierte Dampf heißen Salzwassers dringt tief in die Nasengänge ein und hilft dabei, den Schleim aus den Nasennebenhöhlen zu lösen und die verstopfte Nase freizubekommen. Außerdem bringt das Befeuchten der oft trockenen Schleimhäute weitere Linderung.
Inhalieren gegen Husten
Besonders bei festsitzendem Husten durch Erkältung kann das Inhalieren mit Salzwasser sehr hilfreich sein. Der warme Wasserdampf löst den zähen Schleim in den unteren Atemwegen, was produktiven Husten begünstigt. Statt des trockenen, quälenden Hustens bei festsitzendem Schleim kann der gelöste Schleim besser abgehustet werden. Die Anwendung verringert auch die Belastung durch den Husten und bringt spürbare Linderung. Bei hartnäckigem Husten kann mehrmals täglich inhaliert werden, um eine kontinuierliche Befeuchtung der Atemwege zu gewährleisten.
Bei Bronchitis inhalieren
Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, also der Teile der Atemwege unterhalb der Luftröhre. Verstärkte Schleimbildung und Husten sind hier oft besonders unangenehme Symptome. Den Dampf von Salzwasser zu inhalieren, befeuchtet und beruhigt entzündete und gereizte Atemwege und unterstützt ihre Selbstreinigungsfunktion. Der verbesserte Abtransport von Schleim unterstützt eine zügigere Heilung.
Inhalieren bei chronischen Erkrankungen
Auch bei chronischen Erkrankungen der Atemwege wie Asthma und COPD kann regelmäßiges Inhalieren in manchen Fällen hilfreich sein. Als ergänzende Behandlungsmaßnahme zur medikamentösen Therapie kann das Inhalieren unterstützend wirken. Die befeuchtende Wirkung kann Verschleimungen lösen und die Atemwege freihalten. Wichtig ist hier, dass Sie nicht eigenständig die Dampfinhalation als Therapie anwenden. Besprechen Sie die Option immer im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt.
Inhalieren bei Allergien
Betroffene von Allergien können in einigen Fällen ebenfalls vom Inhalieren mit Kochsalzlösung profitieren. Die beruhigende und befeuchtende Wirkung des Salzwasserdampfs lindert Juckreiz in der Nase. Ein beliebter Weg, der ähnlich funktioniert, sind Nasenduschen bei Pollenallergie. Das Spülen kann die Allergene aus den Atemwegen entfernen und allergische Reaktionen abschwächen. Über die Allergiesaison können diese Maßnahmen die Symptome etwas lindern.
Inhalation und die Ansteckung mit COVID-19
2021 haben Lungenärzte einen Zusammenhang zwischen dem Inhalieren bei infizierten Corona-Patienten und einem geringeren Weitergaberisiko von COVID-19 beobachtet. Es wurde festgestellt, dass Inhalieren bei COVID-19-Patienten die Abgabe von virushaltigen Aerosolen verringern kann.
Das bedeutet, dass weniger Viren über die Atemluft ausgeschieden werden, was das Risiko, andere Personen anzustecken, reduziert.
Inhalieren an sich ist also keine direkte Therapie gegen COVID-19, kann jedoch als unterstützende Maßnahme zur Eindämmung der Virusausbreitung beitragen.
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Warum hilft Inhalieren mit Kochsalzlösung?
Das Prinzip des Inhalierens mit Salzwasser ist einfach, aber effektiv. Der heiße Wasserdampf, angereichert mit Salz, wird tief eingeatmet und gelangt so direkt zu den betroffenen Schleimhäuten in Nase, Rachen und Bronchien. Dort entfaltet die Methode mehrere positive Wirkungen.
Schleimlösende Wirkung
Die größte Wirkung des Inhalierens ist, dass festsitzender Schleim in Nase, Nasennebenhöhlen und Bronchien verflüssigt und gelöst wird. Dadurch kann er leichter ausgeschieden werden und die Atemwege sind wieder freier. Husten und eine verstopfte Nase werden dadurch verringert und der Körper erhält Unterstützung beim Abtransport der Viren und beim Abhusten des Schleims.
Reinigung und bessere Durchblutung
Die Wärme des inhalierten Dampfs steigert die Durchblutung der Schleimhäute. Diese verstärkte Durchblutung unterstützt das Immunsystem beim Bekämpfen der Krankheitserreger.
Zusätzlich hilft der Dampf den Atemwegen, sich effektiver selbst zu reinigen: Staub, Bakterien, Allergene oder Viren können so leichter ausgespült werden.
Gefühlte Linderung
Ein nicht unerheblicher Effekt des Inhalierens ist die gefühlte Linderung der Symptome und ein psychologischer Effekt. Die Wärme des Dampfs wird von vielen Menschen als angenehm empfunden. Das tiefe Atmen wirkt beruhigend und entspannend, was bei einer Erkrankung von Vorteil ist. Die Symptome werden nicht nur objektiv verbessert, Sie haben zusätzlich durch das Inhalieren auch etwas zusätzlichen Komfort und das Gefühl, etwas für sich tun zu können, während Sie die Erkältung durchstehen.
Antiseptische Wirkung
Eine spezielle Funktion hat das Salz im Wasser beim Inhalieren. Die empfohlene Zusammensetzung der Kochsalzlösung zum Inhalieren ähnelt in ihrem Salzgehalt den körpereigenen Flüssigkeiten. Das schont die Schleimhäute. Die Salzpartikel im Dampf können dazu beitragen, den Schleim noch effektiver zu lösen. Außerdem hat Salz eine leicht antiseptische Wirkung – es ist dadurch möglich, dass das Salz im Dampf das Wachstum bestimmter Erreger hemmen kann. Um Bakterien bei einer Infektion verlässlich abzutöten, sollten Sie sich jedoch auf die unterstützende Wirkung von Salzinhalationen nicht verlassen.
Wie und wie lange sollte man inhalieren?
Dauer einer Inhalation
Die optimale Dauer einer Inhalationssitzung beträgt etwa 10–15 Minuten. Bei akuten Beschwerden können Sie mehrmals täglich inhalieren (zum Beispiel, zwei bis drei Mal an einem Tag). Mit zunehmender Besserung der Symptome kann die Häufigkeit reduziert werden.
Richtig inhalieren
Sie brauchen:
- Einen mittelgroßen Topf oder eine Schüssel
- Einen Teelöffel Salz
- Ein großes Handtuch
- Hitzebeständiger Untersetzer für den Topf
- Taschentücher
So gehen Sie vor:
- Füllen Sie den Topf zu etwa einem Drittel mit Wasser und geben Sie einen Teelöffel Salz hinzu.
- Bringen Sie das Wasser zum Kochen und nehmen Sie den Topf dann vom Herd.
- Stellen Sie den Topf auf eine sichere hitzefeste Unterlage und setzen Sie sich davor. Sie sollten ausreichend Taschentücher bereithalten, wenn Sie Schnupfen haben – das Inhalieren wird Ihre Nase zum Laufen bringen.
- Breiten Sie das Handtuch über Ihren Kopf und den Topf aus. Sie schaffen so eine Art kleines Dampfbad, in dem der Dampf sich vor Ihrem Gesicht sammelt.
- Atmen Sie tief und entspannt, ohne zu hyperventilieren. Halten Sie einen Abstand von mindestens 30 cm zwischen Ihrem Gesicht und dem Topf ein, um sich nicht zu verbrennen.
- Legen Sie sich eventuell nach dem Inhalieren eine Weile hin und kühlen Sie nicht zu schnell ab, um Ihrem Kreislauf Gelegenheit zur Erholung zu geben.
Vorsichtsmaßnahmen
Achten Sie bei der Inhalation auf einen ausreichenden Abstand zum Dampf. Wenn Sie Ihr Gesicht zu dicht in den Dampf halten und einatmen, könnten Sie im schlimmsten Fall Verbrennungen an Gesicht und Atemwegen erleiden. Prüfen Sie die Temperatur zunächst vorsichtig und warten Sie gegebenenfalls ab, bis das Wasser ausreichend abgekühlt ist. Lassen Sie insbesondere Kinder niemals unbeaufsichtigt inhalieren.
Reinigen Sie alle verwendeten Utensilien gründlich.
Achten Sie beim Inhalieren immer auf die Signale des eigenen Körpers. Wenn der Dampf zu heiß ist, warten Sie lieber etwas, damit Sie sich nicht verbrühen. Bei Schwindel, Unwohlsein oder übermäßiger Hitzeempfindung sollte die Inhalation sofort unterbrochen werden. Ihr Kreislauf ist geschwächt, wenn Sie krank sind, und Aktivitäten wie intensives Atmen und übermäßiger Wärme ausgesetzt zu sein, kann ihn zusätzlich belasten.
Manche Menschen schwören auf Zusätze von beispielsweise ätherischen Ölen beim Inhalieren. Jedoch ist bei der Verwendung von Zusätzen Vorsicht geboten, da nicht alle für das Inhalieren geeignet sind. Kamille, Salbei und Thymian sind meist unbedenklich, während ätherische Öle wie Teebaumöl die Atemwege reizen können. Nutzen Sie besser keine Zusätze ohne Absprache mit medizinischem Personal.
Wann sollte Inhalieren vermieden werden
Unter bestimmten Umständen ist Inhalieren als Hausmittel nicht geeignet, weil es mit Risiken verbunden sein kann. HNO-Ärzte empfehlen, bei entzündlichen Hauterkrankungen, Augenleiden, sehr niedrigem Blutdruck und anderen Kreislaufstörungen nicht zu inhalieren.
Bei stark entzündeten Atemwegen könnten Hausmittel die Atemwege weiter reizen. Verzichten Sie auch bei hohem Fieber auf das Inhalieren, um Ihre Körpertemperatur nicht noch weiter zu erhöhen. Während eines akuten Asthma-Anfalls könnte das Inhalieren die Atemnot verstärken. Fragen Sie bei bestehenden Vorerkrankungen oder bei Unsicherheiten immer Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Kochsalzlösung zum Inhalieren selbst herstellen
Zusätze und Lösungen zum Inhalieren sind käuflich erhältlich, Sie können aber auch eine einfache Kochsalzlösung zum Inhalieren ganz einfach in Ihrer Küche herstellen – die Zutaten hat meistens jeder zuhause.
Eine passende Zusammensetzung ist ein gestrichener Teelöffel Kochsalz (ca. 9 Gramm) auf einen Liter sauberes Wasser.
Das Wasser sollte vollständig zum Kochen gebracht werden, um es zu sterilisieren. Normales Kochsalz eignet sich zum Inhalieren; Sie bekommen in Apotheken aber auch Meersalz und spezielles Inhalationssalz, das genau für diesen Zweck entwickelt wurde.
Lohnen sich Inhaliergeräte?
Neben der traditionellen Methode mit Kochtopf und Handtuch gibt es auch spezielle Inhalationsgeräte, die das Inhalieren mit Salzwasser effektiver und komfortabler gestalten können. Teilweise vernebeln diese Geräte den Dampf besser, als wenn er direkt eingeatmet wird – die feinen Tröpfchen können tiefer in die Atemwege eindringen und sind somit effektiver.
Die Verbrennungsgefahr kann mit einem Inhalator reduziert werden, da der Dampf direkter geleitet wird: Die meisten Inhalationsgeräte haben passende Aufsätze für Mund und Nase. Dadurch geht auch kein Dampf verloren und Sie haben den feuchten, heißen Dampf nicht in den Haaren und Augen.
Viele der erhältlichen Geräte sparen gegenüber der Methode mit Topf und Handtuch auch einiges an Zeit.
Typische Arten von Inhalatoren sind:
- Dampfinhalatoren: Die Funktion ist hier dieselbe wie bei der Topf–Handtuch–Methode, die Handhabung ist jedoch sicherer und einfacher.
- Ultraschallvernebler: Hier werden die Tröpfchen im Dampf durch Ultraschall verkleinert, sodass sie effektiver in die Atemwege dringen können.
- Druckluftvernebler: Druckluftvernebler haben einen Kompressor, der die Flüssigkeit zerstäubt. Sie sind oft besonders effektiv, haben aber einen erhöhten Geräuschpegel.
Wenn Sie regelmäßig inhalieren, Kinder haben, oder öfter Probleme mit der “selbstgemacht”-Methode haben, kann ein Inhaliergerät eine sinnvolle Anschaffung sein. Einfache Dampfinhalatoren sind bereits ab etwa 20–30 Euro erhältlich, während hochwertige Ultraschall- oder Druckluftvernebler 80–150 Euro kosten können. Falls bei Ihrer chronischen Erkrankung Inhalation offiziell verordnet ist, übernehmen die Krankenkassen oft einen Teil der Kosten oder die komplette Anschaffung.
Fazit
Inhalieren mit Salzwasser ist ein bewährtes Hausmittel zur Linderung von Erkältungssymptomen und anderen Atemwegsproblemen. Sie können es ganz einfach zuhause mit einem Topf Salzwasser und einem Handtuch durchführen, ohne spezielle Produkte zwingend zu benötigen.
Denken Sie abschließend immer daran, dass das Inhalieren mit Salzwasser eine unterstützende Maßnahme ist. Bei schweren, unklaren oder anhaltenden Beschwerden ist ein Arztbesuch unerlässlich.
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